Gesellschaft

Göpel/Uthoff

In den vergangenen zwei Tagen habe ich auf YouTube einen äusserst sehenswerten Talk von Maja Göpel und Max Uthoff gesehen. Darin wurde auch kurz das Thema Bildung und Digitalisierung gestreift, samt einem kurzen Verweis auf eine UNESCO-Studie aus dem Jahr 2019. Ich musste eine ganze Weile suchen, habe sie aber schlussendlich doch gefunden und gelesen.

Wer sich ernsthaft mit Bildungspolitik, Schule und Digitalisierung beschäftigen will, sollte in diesen Bericht zumindest einmal hineinschauen. Denn das eigentlich Interessante an der Studie ist gerade nicht irgendein Technikrausch der Technik willen, sondern genau das Gegenteil: Der Bericht macht sehr deutlich, dass digitale Technologien Bildung nicht automatisch besser machen. Entscheidend sind nicht Geräte, Plattformen oder Schlagworte, sondern gute didaktische Konzepte, passende Materialien, qualifizierte Lehrkräfte und ein sinnvoller Einsatz im Unterricht.

Die Hauptempfehlungen der Studie werden in drei einfachen „Key Recommendations“ zusammengefasst:

  1. Digitale Schulbücher und digitale Bildungsmedien so entwickeln, dass sie den Bedürfnissen von Lehrkräften und Lernenden gerecht werden.
  2. Die Möglichkeiten digitaler Bildungsmedien und -ressourcen gezielt so nutzen, dass sie Beteiligung am Lernen und Lernergebnisse verbessern.
  3. Sicherstellen, dass Lehrkräfte digitale Bildungsressourcen im Sinne der Schülerinnen und Schüler lebendig, sinnvoll und wirksam einsetzen.

Oder anders gesagt: Der sinnvolle Einsatz von Technologie in Bildung ist kein Hexenwerk. Man muss dafür weder in Euphorie verfallen noch Digitalisierung verteufeln. Man muss Bildung einfach ernst nehmen – und genau deshalb lohnt sich die Lektüre: weil die Studie viele Debatten entzaubert und zeigt, dass gute digitale Bildung weder durch Symbolpolitik noch durch Gerätebeschaffung entsteht, sondern durch kluge pädagogische Entscheidungen.

Quellen

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